An einem einzigen Vormittag erhielt ein Kunde drei bemerkenswerte Nachrichten. Ein Paket konnte nicht zugestellt werden. Seine Bank wollte dringend seine Zugangsdaten bestätigen. Außerdem plante ein ausländischer Prinz, ihm mehrere Millionen Euro anzuvertrauen.

Es war wirtschaftlich ein aufregender Tag.

Die Paketmail verlangte 1,99 Euro Nachporto. Die Bank drohte mit Kontosperrung. Der Prinz war dagegen erstaunlich entspannt und brauchte nur eine kleine Gebühr. Alle drei Nachrichten verband eine große Zuneigung zu Links und eine eher lockere Beziehung zur deutschen Grammatik.

Phishing arbeitet mit Druck, Angst, Neugier oder Gier. Absendernamen lassen sich fälschen, Logos kopieren und Internetadressen so gestalten, dass sie auf den ersten Blick glaubwürdig wirken. Auf dem Smartphone ist die echte Zieladresse zusätzlich schwerer zu erkennen.

Die wichtigste Regel: Nicht über den Link in der Mail anmelden. Stattdessen die bekannte App öffnen oder die Adresse selbst eingeben. Bei geschäftlichen Zahlungsanweisungen sollte eine zweite Person prüfen oder über einen bereits bekannten Kontaktweg nachfragen.

Der Kunde löschte die Nachrichten. Das Paket stellte sich als erfunden heraus, die Bank wusste von nichts und der Prinz musste sein Vermögen leider anderweitig verteilen.

Tipp des Tages

Absender, Sprache, Forderung und Zieladresse kritisch prüfen. Im Zweifel nicht klicken, sondern den Anbieter über einen bekannten Weg kontaktieren.

Norddeutsche IT-Regel

Wer Millionen verschenken will, schreibt selten zuerst eine Rundmail.

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