Datenschutz war dem Kunden sehr wichtig. Das betonte er bereits beim Betreten des Büros. Seine Daten dürften keinesfalls in falsche Hände geraten.

Neben dem Bildschirm klebte ein gelber Zettel: „Passwort Büro: Sommer2024!“ Darunter stand vorsorglich die PIN für Windows. Sicherheit braucht schließlich Übersicht.

Auf meinen vorsichtigen Hinweis erklärte er: „Den Zettel sieht doch keiner.“ Wir befanden uns in einem Raum, den Kunden, Lieferanten, Reinigungskräfte und gelegentlich der Paketbote betraten. Der Zettel besaß vermutlich mehr soziale Kontakte als manche Influencer.

Noch besser: Das Kennwort wurde auch für E-Mail, Onlineshop und einen Cloud-Dienst verwendet. Wer es kannte, bekam also nicht nur einen Schlüssel, sondern gleich den gesamten Hausmeisterbund.

Viele Menschen schreiben Passwörter auf, weil sichere und unterschiedliche Kennwörter kaum im Kopf zu verwalten sind. Das Problem ist nicht das menschliche Gedächtnis, sondern die ungeeignete Lösung. Ein Passwortmanager kann starke, einzigartige Kennwörter erzeugen und sicher speichern. Merken muss man sich nur noch ein gutes Hauptkennwort. Wo möglich, kommt eine Zwei-Faktor-Authentifizierung hinzu.

Der Zettel wanderte schließlich in den Aktenvernichter. Sein Nachfolger war ein Passwortmanager. Der Bildschirm sah danach etwas leer aus, aber deutlich weniger auskunftsfreudig.

Tipp des Tages:
Für jeden Dienst ein eigenes Passwort verwenden, einen Passwortmanager einsetzen und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Norddeutsche IT-Regel:
Ein Schlüssel unter der Fußmatte bleibt ein Schlüssel unter der Fußmatte – auch wenn „geheim“ draufsteht.