Montagmorgen, kurz nach neun: „Seit gestern haben wir kein Internet. Der Anbieter sagt, die Leitung sei in Ordnung.“

Der Router war telefonisch nicht erreichbar, seine Kontrollleuchten offenbar dunkel. Vor Ort fand ich ihn friedlich im Regal. Das Netzteil lag daneben. Nicht lose, nicht defekt – sauber ausgesteckt.

„Ach“, sagte die Kundin. „Da hat gestern jemand gesaugt.“

Der Staubsauger hatte für seinen Einsatz eine Steckdose benötigt. Der Router musste weichen und war nach getaner Arbeit nicht wieder angeschlossen worden. Seitdem wartete er stromlos darauf, dass jemand seine berufliche Bedeutung würdigte.

Nach dem Einstecken blinkte er einige Minuten, dann kehrten Internet, Telefonie und WLAN zurück. Ein klassischer Fall von erfolgreicher Wiederbelebung durch Stromzufuhr.

Bevor man bei einem Ausfall Einstellungen ändert oder den Anbieter anruft, lohnt sich der Blick auf die Grundlagen: Hat der Router Strom? Sitzen die Kabel fest? Welche LEDs leuchten? Betrifft es ein Gerät oder alle? Ein vorschneller Werksreset ist dagegen selten hilfreich. Er verwandelt eine kleine Störung gern in ein ausgewachsenes Einrichtungsprojekt.

Der Router bekam anschließend eine eigene Steckdose. Der Staubsauger darf weiterarbeiten, allerdings ohne Personalverantwortung für die IT.

Tipp des Tages:
Erst Stromversorgung und Kabel prüfen. Den Router kontrolliert neu starten, aber nicht ohne Not auf Werkseinstellungen zurücksetzen.

Norddeutsche IT-Regel:
Bevor man den Provider beschimpft, einmal hinterm Schrank nachsehen.