„Meine Fotos sind in der Wolke“, sagte die Kundin und zeigte besorgt nach draußen. Über Stade hing eine solide graue Wolkendecke. Für eine Datenrettung war das Wetter denkbar ungünstig.
iCloud klingt für viele wie ein unsichtbares Lager, in das Apple alles hineinwirft und bei Bedarf wieder herauszaubert. Tatsächlich handelt es sich um verschiedene Internetdienste: Fotos, Dateien, Kontakte, Kalender, Backups und mehr. Sie benutzen dasselbe Apple-Konto, verhalten sich aber nicht alle gleich.
Besonders beliebt ist die Annahme, iCloud-Fotos sei automatisch ein unabhängiges Fotoarchiv. Es ist in erster Linie eine Synchronisation. Löscht man ein Bild auf dem iPhone, wird diese Entscheidung meist auch auf dem iPad, Mac und in iCloud übernommen. Die Cloud nickt dann freundlich und löscht sehr gründlich mit.
In unserem Fall waren die Bilder zum Glück noch im Album „Zuletzt gelöscht“. Dort warteten sie geduldig auf ihre zweite Chance. Die Kundin war erleichtert und fragte, ob sie nun wirklich „oben“ gespeichert seien. Ich sagte: „In Rechenzentren. Bei dem Wetter ist das besser.“
iCloud ist komfortabel, ersetzt aber nicht in jedem Fall eine zusätzliche Sicherung wichtiger Daten. Wer unersetzliche Fotos besitzt, sollte mindestens eine weitere Kopie außerhalb der Synchronisation aufbewahren.
Tipp des Tages:
Prüfen, welche iCloud-Funktionen aktiviert sind, und Synchronisation nicht mit Backup verwechseln. Wichtige Daten zusätzlich sichern.
Norddeutsche IT-Regel:
Auch wenn Daten in der Wolke liegen, kann es beim Löschen regnen.
