Der Anruf begann dramatisch: „Das ganze WLAN ist zusammengebrochen!“

Ein schwerer Vorwurf. Ich fragte, ob andere Webseiten funktionierten.

„Ja, aber die Seite vom Kegelverein nicht.“

Damit schrumpfte der flächendeckende Netzausfall auf einen einzelnen Kegelverein zusammen. Suchmaschinen liefen, E-Mails kamen an und ein Video spielte ohne Unterbrechung. Nur die Vereinsseite blieb weiß. Das WLAN war also nicht zusammengebrochen. Es saß unschuldig in der Ecke und übertrug Daten, während sein Ruf öffentlich beschädigt wurde.

WLAN bezeichnet zunächst nur die drahtlose Verbindung zwischen Gerät und Router. Das Internet beginnt dahinter. Und eine einzelne Webseite liegt noch einmal irgendwo auf einem Server, der ebenfalls schlechte Tage haben darf. Fällt nur eine Seite aus, kann deren Server gestört sein, die Adresse falsch geschrieben oder der Browser-Cache beleidigt sein.

In diesem Fall war die Vereinsseite tatsächlich nicht erreichbar. Auch über Mobilfunk nicht. Der Webseitenbetreiber hatte Wartungsarbeiten angekündigt – auf der Startseite, die wegen der Wartungsarbeiten nicht angezeigt wurde. Technisch konsequent, kommunikativ ausbaufähig.

Eine Stunde später war die Seite wieder da. Das WLAN erhielt keine Entschuldigung, arbeitete aber professionell weiter.

Tipp des Tages:
Mehrere Webseiten und ein zweites Gerät testen. Funktionieren andere Dienste, liegt das Problem wahrscheinlich nicht am heimischen WLAN.

Norddeutsche IT-Regel:
Wenn ein Laden geschlossen hat, ist nicht gleich die ganze Straße kaputt.