Drucker verfügen über Sensoren, Tinte und eine ausgeprägte Wahrnehmung für Fachpersonal. Das ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt, im Supportalltag aber kaum zu bestreiten.

„Seit drei Tagen druckt er nicht“, sagte der Kunde. „Sobald Sie kommen, geht er bestimmt.“

Ich stellte meine Tasche ab. Der Kunde klickte auf „Drucken“. Der Drucker erwachte, räusperte sich mechanisch und lieferte eine perfekte Seite. Danach noch eine. Er machte einen zufriedenen Eindruck.

„Sehen Sie!“, sagte der Kunde vorwurfsvoll – zu mir, nicht zum Drucker.

Die Ursache fand sich in der Warteschlange. Dort lagen 17 alte Druckaufträge, darunter ein Dokument, das auf ein nicht mehr vorhandenes Papierformat wartete. Zwischenzeitlich hatte ein Neustart die Blockade gelöst. Mein Besuch war lediglich zeitlich passend gewesen. Der Drucker behauptete natürlich etwas anderes.

Druckprobleme entstehen oft durch eine hängende Warteschlange, einen falschen Standarddrucker, leeres Papier, eine unterbrochene Netzwerkverbindung oder Treiberprobleme. Manchmal wurde auch schlicht „Als PDF sichern“ gewählt und das Gerät wartet bis heute vergeblich auf seinen Auftritt.

Ich entfernte die alten Aufträge und erklärte die wichtigsten Prüfschritte. Beim Gehen druckte der Drucker ungefragt eine Statusseite. Vermutlich wollte er das letzte Wort haben.

Tipp des Tages:
Druckerstatus, Papier, Verbindung und Warteschlange prüfen. Alte Aufträge löschen und danach Drucker sowie Computer neu starten.

Norddeutsche IT-Regel:
Ein Drucker riecht Angst – und einen anfahrenden Techniker.