„Haben Sie den Rechner neu gestartet?“
„Natürlich. Schon dreimal!“
Das klang überzeugend. Der Mac zeigte allerdings eine Betriebszeit von 47 Tagen. Entweder hatte er eine bemerkenswerte Beziehung zur Zeit, oder wir verwendeten unterschiedliche Definitionen von „Neustart“.
Die Aufklärung folgte schnell: Der Kunde hatte das MacBook zugeklappt, kurz gewartet und wieder geöffnet. Dreimal. Mit wachsender Entschlossenheit.
Ein Notebook zuzuklappen versetzt es normalerweise in den Ruhezustand. Es ist dann nicht aus, sondern macht ein Nickerchen. Alle Programme, kleinen Fehler und festgefahrenen Prozesse schlafen gemütlich mit. Beim Öffnen stehen sie erholt wieder auf und machen genau dort weiter, wo sie aufgehört haben – einschließlich des Problems.
Auch „Herunterfahren“ und „Neustarten“ können sich unterscheiden. Besonders Windows nutzt beim normalen Ausschalten je nach Einstellung einen Schnellstart. Der Rechner wirkt frisch, bringt aber Teile der vorherigen Sitzung mit. Ein echter Neustart räumt gründlicher auf.
Nach Auswahl von „Neustart“ verschwand das Problem. Der Kunde sah mich an, als hätte ich eine komplizierte Operation mit einem Teelöffel durchgeführt.
Nein, ein Neustart löst nicht alles. Aber er beendet festgefahrene Prozesse, lädt Systemkomponenten neu und schafft eine saubere Ausgangslage. Deshalb fragen wir danach – nicht, weil uns nichts Besseres einfällt.
Tipp des Tages:
Bei unerklärlichen Störungen ausdrücklich „Neustart“ wählen. Zuklappen ist Pause, Ausschalten ist Feierabend und Neustarten ist einmal ordentlich durchlüften.
Norddeutsche IT-Regel:
Erst neu starten, dann lange schnacken.
